Woran Sie erkennen, dass Sie einen Konfigurator benötigen

von Christiane Hölper | Donnerstag, 28. Mai 2026

In diesem Beitrag gehen wir der Frage nach, für wen ein Konfigurator die richtige Investition ist. Wir zeigen, welche Indizien darauf hinweisen, dass es an der Zeit ist, sich mit dem Thema Konfiguration näher zu beschäftigen. Welche Produkte sind geeignet – und welche eher nicht? Und welchen konkreten Nutzen bietet ein Konfigurator?

Was ist überhaupt ein Konfigurator

Zunächst klären wir, wovon wir sprechen: Ein Produktkonfigurator ist eine Softwarelösung, mit der sich Produktvarianten erstellen bzw. Produkte an individuelle Anforderungen anpassen lassen. Die entstehende Variante wird visuell so dargestellt, dass Kunden das fertige Produkt bereits im Vorfeld betrachten können.

Grundvoraussetzung: Variantenprodukt

Bei der Produktkonfiguration geht es also immer um Variantenprodukte unterschiedlicher Komplexität und deren Erstellungsprozess. Varianten entstehen dabei auf sehr unterschiedliche Weise – von der Individualisierung von Standardprodukten (z.B. Textildruck) über die einfache Zusammenstellung einzelner Bauteile bis hin zur komplexen Variantenkonstruktion mit abweichenden Maßen und wechselnden Anbauteilen.
Ein Produkt gilt als Variantenprodukt, wenn die grundlegende Produktstruktur auch bei hohem Individualisierungsgrad erhalten bleibt. Entscheidend ist, dass die möglichen Veränderungen definierten Regeln folgen.

Von Variantenprodukten abzugrenzen sind einerseits die Massenprodukte, die in großen Stückzahlen unverändert in identischer Ausführung hergestellt und verkauft werden. Hier gilt: zuerst die Produktion, dann der Vertrieb. Zum anderen gibt es echte Sonderkonstruktionen, die jedes Mal bei null beginnen und sich nicht regelbasiert abbilden lassen. Jedes Produkt ist in Aufbau und oft auch Funktion einzigartig. Für beide Kategorien – Massenprodukte und reine Sonderkonstruktionen lassen sich Produktkonfiguratoren in der Regel nicht sinnvoll einsetzen.

10 Indizien für einen Konfigurator

  1. Zu wenig Personal
    Die Nachfrage nach individuellen Produkten steig kontinuierlich – gleichzeitig fehlt es aufgrund des Fachkräftemangels oft an qualifiziertem Personal, um diese Individualisierung umzusetzen. Beratung, Planung und Konstruktion erfordern Expertise. Genau hier setzen Konfiguratoren an: Sie übernehmen diese Aufgaben und automatisieren sie weitgehend.

  2. Prozesse dauern zu lange
    Die manuelle Erstellung von Varianten ist zeitintensiv: Dokumente müssen erstellt, angepasst und geprüft werden. Dadurch verlängern sich Lieferzeiten für kundenspezifische Produkte erheblich. Durch gezielte Optimierung und insbesondere durch Automatisierung mit Hilfe eines Produktkonfigurators lassen sich diese Prozesse deutlich beschleunigen.

  3. Vertrieb genervt von Rückfragen und Antwortzeiten
    Vertriebsmitarbeiter verfügen oft nicht über das gleiche Detailwissen wie Mitarbeiter technischer Abteilungen. Einige Kundenanforderungen müssen daher zunächst intern abgeklärt werden – das verzögert Gespräche und erschwert eine souveräne Beratung. Die Vielzahl an Rückfragen belastet zusätzlich die Technik.

    Ein Konfigurator schafft hier Abhilfe: Das Produktwissen ist im System hinterlegt, nur gültige Varianten sind auswählbar und Rückfragen werden auf ein Minimum reduziert. Der Vertrieb kann Produkte direkt gemeinsam mit dem Kunden konfigurieren.

  4. Hohe Fehlerquote
    Jede manuelle Tätigkeit birgt ein gewisses Fehlerpotenzial. Je mehr Prozessschritte manuell erfolgen, desto höher ist das Risiko. Hinzu kommen Übertragungsfehler bei Medienbrüchen. Typischerweise entstehen sie durch Insellösungen. Jeder Medienbruch und damit jede Datenübertragung – manuell oder digital – erhöht das Fehlerrisiko weiter. Und Fehler sind teuer. Sie müssen verursachen Zusatzaufwand, Materialkosten und Imageschäden.

    Im Regelwerk eines Konfigurators ist dagegen ganz klar definiert, wie das Produkt aufgebaut ist. Alle Beteiligten greifen auf dieselben Informationen zu, die meisten Datenübertragungen werden überflüssig. Ein Produktkonfigurator senkt die Fehlerquote durch Automatisierung erheblich.

  5. Hohe Kosten
    Individuelle Varianten sind oft bedingt durch manuelle Tätigkeiten, viele Schnittstellen, lange Dmit hohen Kosten verbunden – urchlaufzeiten und Fehlerkorrekturen. Ein Konfigurator eliminiert viele dieser Kostentreiber. Da sich die Investition in der Regel schnell amortisiert, können Variantenprodukte deutlich wirtschaftlicher angeboten werden – teilweise auf Niveau von Massenprodukten.

  6. Automatisierung ist strategisches Ziel
    Wenn Sie ohnehin das Ziel verfolgen, Ihre Prozesse stärker zu automatisieren, ist ein Produktkonfigurator ein naheliegender Schritt. Denn der tut genau das: er automatisiert – je nach Ausgestaltung – den gesamten Prozess von der Erfassung der Anforderungen bis zum Beginn der Produktion und erstellt alle benötigten Dokumente auf Knopfdruck.

  7. Fokus auf Kundenfreundlichkeit
    Interaktive Konfiguration, jederzeitige Verfügbarkeit, ortsunabhängiger Zugriff und eigenständige Auswahlmöglichkeiten sind klare Mehrwerte für Kunden. Hinzu kommen schnelle Angebote, transparente Ergebnisse und ein klares Verständnis der gewählten Variante von Anfang an. Wer seine Kundenzufriedenheit steigern möchte, profitiert deutlich von einem Produktkonfigurator.

  8. Wissensverlust durch Fluktuation
    Hinter jedem Produkt stecken massenhaft Informationen, viele davon sind in den Köpfen der Mitarbeiter verankert. Verlässt Personal das Unternehmen, geht dieses Wissen oft verloren. Ein Konfigurator schafft hier Abhilfe, da das Produktwissen strukturiert im Regelwerk erfasst wird. So bleibt es erhalten und neue Mitarbeiter können deutlich schneller eingearbeitet werden.

  9. Steigerung der Arbeitgeberattraktivität
    Unternehmen, die moderne Systeme einsetzen und Mitarbeiter durch Automatisierung von Routinetätigkeiten entlasten bieten attraktivere und abwechslungsreichere Arbeitsplätze. Dies wirkt sich positiv auf die Mitarbeiterbindung und die Gewinnung neuer Fachkräfte aus.

  10. Mehr Raum für Innovation
    Durch die Entlastung von Routinetätigkeiten gewinnen insbesondere technische Mitarbeiter wertvolle Zeit für strategische Themen. Produktweiterentwicklungen und Innovationen können schneller vorangetrieben werden – ein entscheidender Vorteil für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Produktkonfigurator kann überall dort sinnvoll eingesetzt werden, wo Variantenprodukte im Mittelpunkt stehen. Die Gründe für den Einsatz vielfältig – ebenso wie die konkreten Ausgestaltungen der Lösung. Die Vorteile sind jedoch immer die gleichen: schnellere Prozesse, niedrigere Kosten, weniger Fehler, entlastete Mitarbeiter und eine stärkere Kundenorientierung. Prozesse werden ganz oder teilweise automatisiert und Medienbrüche durch eine einheitliche Software vermieden.

Das Ergebnis: zufriedene Kunden, zufriedene Mitarbeiter und effiziente Prozesse – durch Produktkonfiguratoren, die weit über klassische CPQ-Lösungen hinausgehen und den gesamten Prozess im Blick behalten.

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