Autodesk Revit bietet mit der Phasensteuerung eine klare Grundlage, um Bestands-, Umbau- und Neubauprojekte disziplinübergreifend konsistent zu modellieren. Dieser Beitrag richtet sich an Revit-Konstrukteure aus Architektur, Tragwerksplanung und TGA, die ihre Modelle sauber strukturieren und gewerkeübergreifend auswertbar halten wollen.
Warum Phasensteuerung in Revit?
- Phasen bilden den zeitlichen Verlauf eines Projekts ab (z. B. Bestand, Umbau, Neubau) und sorgen dafür, dass alle Disziplinen mit derselben „Zeitlogik“ arbeiten.
- Über die Phaseneigenschaften jedes Elements („Phase erstellt“ / „Phase abgebrochen“) steuern Sie, ob ein Bauteil als Bestand, Abbruch, temporär oder Neubau erscheint – inklusive passender grafischer Darstellung in Plänen und Schemata.
Elementstatus „Bestand“
Bestandselemente sind Bauteile, die vor Beginn der geplanten Maßnahme bereits vorhanden sind und zunächst erhalten bleiben, z. B. bestehende Wände, Decken, Tragsysteme sowie vorhandene Leitungen, Kanäle und Anlagen.
Elementstatus „Abbruch“
Technisch werden diese Bauteile in einer früheren Phase (Bestand) „erstellt“ und in einer späteren Phase (Umbau/Abbruch) „abgebrochen“; Revit kann sie dann in Abbruchplänen hervorgehoben darstellen und in reinen Neubauansichten automatisch unterdrücken.
Elementstatus „Neu“
Neubau-Elemente sind Bauteile, die im Zielzustand des Projekts vorhanden sein sollen – z. B. neue Raumstrukturen, Tragkonstruktionen, Verteilerschränke, Kanalsysteme, Rohrnetze oder Kabeltrassen. Sie sind in Revit sauber von Bestands- und Abbruchelementen getrennt, was insbesondere für Mengenermittlung und IFC-Export entscheidend ist.
Elementstatus „temporär“
Temporäre Elemente existieren nur für einen begrenzten Zeitraum innerhalb einer Phase, etwa Bauprovisorien, Hilfsabstützungen oder provisorische Medienversorgungen in der TGA. In Revit setzen Sie bei temporären Bauteilen „Phase erstellt“ und „Phase abgebrochen“ auf dieselbe Phase; so können diese Elemente in speziellen Bauzustandsplänen angezeigt, in regulären Bestands- und Neubauunterlagen jedoch bewusst ausgeblendet werden.
Mehrwert für Architekten, Statiker und TGA-Planer
- Einheitliche Phasenlogik im Gesamtmodell reduziert Missverständnisse zwischen Architektur, Tragwerk und TGA, da alle Beteiligten die gleichen Zustände (Bestand, Abbruch, temporär, Neu) lesen.
- Sauber gepflegte Phaseneigenschaften in allen Disziplinen sind die Basis für verlässliche Kollisionsprüfungen, konsistente Planstände und belastbare Auswertungen – von der Kostenschätzung über die Ausschreibung bis zum As-Built-Modell.
- Eine konsequente Nutzung der Phasen ermöglicht es, projektspezifische Planvarianten (Bestand, Umbau, Neubau, Bauzustände) aus einem einzigen Koordinationsmodell abzuleiten und so Doppelmodellierungen und Pflegeaufwand deutlich zu reduzieren.
- Für BIM-Workflows mit IFC-Austausch und modellbasierter Abrechnung schaffen klar definierte Phasen und Status eine nachvollziehbare Datenbasis, die Auftraggebern, Prüfern und Ausführenden transparente, filterbare Informationen zum jeweiligen Projektstand bereitstellt.
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Bei Fragen wenden Sie sich gerne an waldemar.pisalski@mum.de.
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