MuM Geschäftsmodell im Wandel

Das MuM-Geschäftsmodell durchlief seit 2009 einen Umbauprozess, der die eigene Wertschöpfung gestärkt und die Handelskomponente massiv zurückgedrängt hat.

Bis 2008: Software und Distribution

Seit dem Gründungsjahr 1984 betrieb MuM die Value-Added-Distribution (VAD – zu Deutsch: wertschöpfender Großhandel) von Autodesk-Software und baute daneben die Eigenentwicklung von CAD/CAM/PDM-Lösungen kontinuierlich aus, um am Markt ein eigenes Profil zu zeigen und sich vom Wettbewerb abzuheben. Bei diesem Zwei-Segment-Modell dominierte das Volumengeschäft Distribution naturgemäß beim Umsatz, während das hochmargige Software-Segment im Jahr 2008 bereits nahezu die Hälfte der Wertschöpfungs-Kennzahlen Rohertrag und Betriebsergebnis EBITDA beisteuerte sowie 210 der 388 Konzern-Mitarbeiter beschäftigte.
 
Die Rohertrags-Marge im Konzern lag 2008 bei 25%, die EBITDA-Rendite bei 5,8%, und MuM lieferte sich mit der Tech Data Gruppe ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des größten Autodesk-Distributors in Europa.

Ab 2009: Systemhaus-Umstieg in D/A/CH

Ab 2009 wurde als drittes Segment das Systemhausgeschäft aufgebaut. Im Rahmen der „Marktoffensive“ stellte MuM nicht nur seine eigenen Niederlassungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz von Großhandel auf Direktgeschäft mit Endkunden um, sondern übernahm auch ein gutes Dutzend seiner früheren Vertriebspartner. Das Systemhaus-Segment trug 2011, im dritten Jahr nach dem Start, schon fast 40% zum Konzern-Rohertrag bei und erreichte ein positives Betriebsergebnis EBITDA.
 
Damit waren die Voraussetzungen gegeben, den Schritt von Distribution auf Systemhaus konzernweit zu vollenden. Hierzu wurde Ende Oktober 2011 das europäische Distributionsgeschäft an die Tech Data Gruppe veräußert, wobei MuM seine Niederlassungen in Italien, Frankreich, UK, Polen und Rumänien mit etwa 70 von 113 Mitarbeitern behalten hat.

Ab 2012: Systemhaus-Umstieg in Europa

Auf dieser Grundlage wurde das europäische Systemhausgeschäft aufgebaut und durch Übernahme von drei Vertriebspartnern (I, F und RO) ergänzt („Marktoffensive II“).

EBITDA-Rendite 11,2% - Zielrendite >15%

Durch die Konzentration auf die margenstarken Segmente Software und Systemhaus und das rückläufige Handelsgeschäft stieg die Konzern-Rohmarge bis 2017 auf 59% (2008: 25%). Die EBITDA-Rendite übersprang mit 11,2% (2008: 5,8%) erstmals die Marke von 10% - mittelfristig dürften mehr als 15% erreichbar sein.

Das primäre Ziel des Umbaus, den Eigenanteil an der Wertschöpfung zu erhöhen, wurde überzeugend erreicht: Während bis 2008 weniger als die Hälfte des Rohertrags aus MuM-Software und Dienstleistung stammte, waren es 2017 über 83 Prozent.